Freitag, 8. November 2019

Mut zu unaufgeräumten Gärten

"Bewaffnet" mit dem ausgeborgten Laubsauger und mit Ohrenschützer ausgerüstet schreite ich, im wahrsten Sinne des Wortes, lautstark zur Tat. Unser Amberbaum verliert gerade sein wunderschönes Laub und verteilt es auf der Terrasse und auf dem Kieselsteinweg. Schwer ist der Laubsauger und sowas von laut. Scheinbar bin ich auch nicht die einzige, die in ihrem Garten mit diesem Gerät hantiert.Ungeduldig sauge ich die Blätter ein. Diese werden im Laubsauger etwas gehäckselt und landen dann in einem Säckchen. Nach einer halben Stunde lege ich verschwitzt das "blöde Ding" zur Seite. Ich setze mich auf die Terrasse und schaue in unseren Garten. Alles ist so schön in Gelb,Orange. Rot und Braun gefärbt. Die Stauden des Sonnenhutes tragen viele schwarze  knopfartige Samenstände. Unter der Haselnussstaude liegt ein riesen gelber Blätterhaufen. Die hohen Gräser haben sich gelb- brau verfärtbt. 
Der wilde Wein der über die Pergola ragt, trägt noch ein paar dunkelviolette Früchte...nur die Amsel, die sonst immer von den Früchten nascht, habe ich wohl mit meiner Laubsaugerei vertrieben!
Ich verteile das gehäckselte Laub unter ein paar Sträucher. Danach hole ich mir den Laubrechen (der keinen Strom braucht und auch keinen Lärm verursacht) und mache in den Ecken des Gartens jeweils einen Laubhaufen.
 Spätetens jetzt kommt auch der kleine Kater wieder zu mir in den Garten :)


Ein "unaufgeräumter" Garten ist kein schlampiger Garten!
 Nein, er ist vielmehr ein Lebensraum für viele Tier- und Insektenarten. Laub- und Asthaufen dienen für viele als Winterquatier. Stauden und Gräser werden im Herbst in unserem Garten nicht zurückgeschnitten. Damit warte ich bis ins Frühjahr. Denn Stauden, Stängel und Äste sind Kinderstuben für Insektenarten. Außerdem ernähren sich viele Vogelarten von den Samenständen.


PS.: Mit kunterbuntem Herbstlaub kann man übrigens tolle Blätterbäumchen basteln. Einfach auf Holzspießchen Blätter stecken, zuerst Größere, dann immer Kleinere. Auf die Spitze habe ich eine stachelige Fruchtkugel des Amberbaumes gesteckt.


Kommentare:

  1. Da hast du gut getan! Ich fege nur auf der Terrasse das Laub auf ( vom Wilden Wein an der Wand des Nachbarhauses ), und auf den schmalen Wegen und kleinen Plätzchen, denn sonsT ist für uns die Rutschgefahr zu groß ( in diesem Jahr regnet es sehr viel und mein Mann ist inzwischen sehr bewegungsbeeinträchtigt ). Diese Laubhaufen haben auch dem Enkelkind Spaß gemacht, konnte es doch hineinspringen, ohne "Tretminen" befürchten zu müssen, wie das in der Großstadt ja leider immer wieder vorkommt. Fruchtstände lasse ich stehen, für die Tiere, aber auch für mich, sollte der bei uns allerdings selten Raureif oder Schnee kommen.
    Viel Freude!
    Astrid

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  2. Sehr schön sieht euer Herbstgarten aus. Der Kater ist ja süss...
    Ich mag den Lärm von den Laubsaugern und Bläsern überhaupt nicht. Es ist auch für die Tierchen besser, das ganze mit dem Rechen zusammen zu fegen. Ich mag diese Arbeit, das Laub von der Wiese reche ich direkt unter die Sträucher...oft gebe ich auch eine Schicht schnell verrotendes Laub in den Gemüsegarten...
    Die Blättertännchen sehen ja hübsch aus.
    Liebe Grüsse, Esti

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  3. Laubsauger? Häckselt das Laub samt darin wohnender Kerbtierchen??
    Zum Glück bist du dann auf den Rechen umgestiegen! Ich brauch keinen Mut zum "unaufgeräumten" Garten - ich bin einfach faul - Mütterchen Natur dankt es mir 😊
    Xx

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    1. Ja, war eine gut gemeinte und bequeme ...und blöde Idee ! Ich finde den Laubrechen auch viel besser. Liebe Grüße, Petra

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  4. Liebe PEtra,
    da bin ich ganz Deiner Meinung! Auch bei uns ist es eher wild und unaufgeräumt, zum Wohle von allem, was da kreucht und fleucht :O)
    Ich wünsche Dir einen zauberhaften Tag!
    ♥️ Allerliebste Grüße , Claudia ♥️

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