Dienstag, 23. August 2016

Rezension: Naturseifen selbst sieden

Gerade zur richtigen Zeit, kam dieses Buch gestern mit der Post :)
Ich finde es ungemein spannend etwas selbst herzustellen... zu experimentieren... vorallem etwas sehr sinnvolles....
Seifen!
 
Das Seifensieden hat eine lange Geschichte: Das erste Seifenrezept wurde in Keilschrift aufgeschrieben. Pottasche und zumeist Tierfette oder Öle wurden damals zu Seife verkocht.
Früher war es ein ganz normaler Ablauf, dass die Hausfrauen ihre Seifen für den Eigenbedarf selbst siedeten und es gab den Beruf des Seifensieders. Denn Seife wurde nicht nur für die körperliche Hygiene benötigt, sondern man putzte und wusch auch die Wäsche (Kernseifen und Schmierseifen) damit. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts fing die industriell Produktion von Seifen an, da die Nachfrage sehr rasch stieg.

Heute hat sich ein Trend zu traditioneller schonend von Hand gerührter Naturseife herausgebildet.
Die Herstelllung aus hochwertigen Ölen, mit individuellen Düften und Zugabe von Kräutern erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Die Menschen möchten wieder wissen, was in ihren Pflegeprodukten drinnen ist. Frei von chemischen Zusätzen und Haltbarmachern, wird von Hand gefertigte Naturseife immer mehr geschätzt und das Angebot an Naturseifen steigt genauso rasch an wie die Nachfrage danach.


Und genauso verschrieb sich Ingeborg Josel aus der Kunst des Seifensiedens. Sie betreibt eine kleine, aber feine Seifenmanufaktur im oberösterreichischen Almtal. Darüber hinaus bietet sie im Seifenladen in Graz neben den kosmetischen Rohstoffen auch Selbermacherkurse zum Thema Naturkosmetik und Seifensieden an.
 (www.inges-seifenmanufaktur.at)

"Was der Garten hergibt, wird von mir und meiner Familie verarbeitet. Da weiß ich genau was drin bzw. dran ist...
Eine von Hand gesiedete Naturseife ist in unserer schnelllebigen Konsumgesellschaft, in der man sich ja beinahe alles rund um die Uhr kaufen kann, eine neue Form von "Luxusgut".

In ihrem Buch "Naturseifen selbst gemacht"
präsentiert Frau Josel, ausgehend von den Grundprodukten, Schritt für Schritt den Weg zur fertigen Seife.
Rund fünfzig Seifenrezepte mit unterschiedlichen Duft- und Wirkstoffen werden vorgestellt, wobei die Eignung der einzelnen Seifen für den jeweiligen Hauttyp thematisiert wird.
Die Herstellung spezieller Seifen, wie Kern-, Salz-, Haar-, Peeling- oder Bierseife, steht genauso im Mittelpunkt wie Ideen einer Seifenrestl- Verwertung. 

Fazit:
Sehr ausführlich und überschaulich mit vielen Abbildungen erklärt die Autorin die einzelnen Schritte des Seifensiedens. Es werden die Arbeitsmaterialien, Zutaten (Öle, Fette, Farb- und Duftstoffe) und vorallem der sichere Umgang mit Natriumhydroxid= NaOH= Seifenstein gut erklärt und dargestellt.

Sehr neugierig machte mich die elegante Idee und das Rezept einer Seifenrestl-Verwertung... das sogenannte "Duschschmusi".
 Eine Anleitung für eine fluffig-cremige Duschseife aus Naturseifenreste.

Man nehme:

*1Teil fein gersaspelte Naturseife
(ich verwendete Reste von einer handgesiedeten Seidenseife)
* 1 Teil (Pflanzen-) Wasser
(ich verwendete Schokominzentee)
* 2 Teile Öl nach Wahl 
(ich verwendete Olivenöl)
*eventuell ein paar Tropfen ätherisches Öl nach Wahl 
(ich verwendete ätherisches Pfefferminzöl)

Die Seifenraspel gemeinsam mit Wasser erwärmen und auflösen.
Dann die Masse mit dem Öl so lange mixen, bis eine fluffige Masse entstanden ist.
Den Duft nach Wahl dazugeben.
Bei der geringen Menge, die ich herstellte, brauche ich, bei einem raschen Verbrauch, an eine Konservierung nicht denken!



Die Herstellung war sehr einfach und wie Schlagobersschlagen :)
Mein Duschschmusi wurde beim Seifenschmelzen am Anfang dunkelbraun gefärbt... dies statmmte wohl von der lila Farbe in der Seife... nach dem Aufschlagen mit Öl verwandelte sich das unansehliche Braun in ein schönes, cremiges Braun...was auch zum Schokominzenduft passte :)

Naturseifen selbst sieden
von Ingeborg Josel
IBN 978-3-7020-1476-6
www.stocker-verlag.com

Ein herzliches Dankeschön an den Leopold Stocker Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!     

Kommentare:

  1. Ich bin begeistert!! Das wäre auch ein Buch für mich ;)) Nach Deiner wunderbar duftenden Kaffeeseife hätte ich auch gleich loslegen wollen! Liebe Grüße in den wunderbaren sommerlichen Morgen, Nicole

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    1. Liebe Nicole,
      ich kann dir das Buch nur wärmstens empfehlen. Die Anleitungen von Frau Josel sind leicht verständlich und man bekommt echt Lust mehr auszuprobieren :)
      Liebste Grüße, Petra

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  2. Liebe Petra!
    Das Buch klingt sehr interessant. Ich habe auch schon das eine oder andere Mal selbst Seife gemacht, allerdings hab ich immer noch zu viel Respekt vor dem Ätznatron...
    Alles Liebe
    Karen

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    1. Liebe Karen,
      ich habe auch schon Seife selbst gesiedet und mir ging es genauso. Aber ich finde es auch gut Respekt davor zu haben, schließlich ist es auch eine Tätigkeit bei der man, wenn man zu unvorsichtig oder leichtsinnig ist, sich sehr verletzen kann.
      Liebste Grüße, Petra

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  3. Manchmal braucht es gar nicht viel. Danke für den tollen Tipp. Ich liebe Naturseifen und ihren natürlichen Duft und Cremigkeit. Herzlichst Kirsten

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    1. Liebe Kirsten,
      mich hat das Duschschmusi so begeistert. Denn es ist eine absolut tolle Duschcreme und der "Recycling"- Gedanke dahinter gefällt mir auch besonders :)
      Liebe Grüße, Petra

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  4. Liebe Petra, das Buch scheint wirklich toll zu sein und es reizt mich sehr den Duschschmusi auszuprobieren.
    Enthalten die Seifenrezepte Palmöl? Ich habe ein Buch mit Rezepten und 2/3 davon will ich nicht nachmachen weil eben Palmöl in der Zutatenliste steht.

    Es freut mich sehr dass du vor einigen Tagen auf meinem Blog tannenblau.blogspot.com reingeschaut hast :-) und bin sehr froh deinen zauberhaften Blog entdeckt zu haben. Das Salbeiherz wird bestimmt von uns nachgemacht.

    Ich wünsche dir alles Gute für dein Herz
    Liebe Grüße Michaela

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    1. Hallo Michaela,
      ja leider kommt auch dieses Seifenrzeptbuch nicht ganz ohne Palmöl aus. Aber ich denke, man kann das Öl gegen ein anderes austauschen, dann muss man halt das ganze Rezept einfach neu berechnen.Beim Duschschmusi kann man ganz leicht selber auswählen, welches Öl man verwendet...ich mag sowieso am liebsten Oivenöl :)
      Liebste Grüße und einen sonnigen Tag, Petra

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  5. Hallo Petra!

    Dein ausgewähltes Rezept spricht mich auch sehr an. Hast du es schon ausprobiert? Aufgrund vom Olivenöl wird es die Haut vermutlich sehr geschmeidig machen?

    lg
    Maria

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